Textlogo mit dem Schriftzug "Wir wählen sozial!" des Paritätischen NRW

Kommunalwahl am 13. September 2020

Der Paritätische NRW ruft dazu auf, sozial zu wählen

Kommunalpolitik ist wichtig. Nirgends sonst sind politische Entscheidungen so direkt spürbar für die Menschen. Nirgends sonst können wir so direkt Einfluss nehmen. Kommunalpolitik, das ist keine Kleinigkeit. Wie läuft die Vergabe der Kita-Plätze? Welche Einbahnstraße ist für den Radverkehr freigegeben? Brauchen wir wirklich noch ein Einkaufszentrum? Diese Fragen beschäftigen uns im Alltag. Der Paritätische NRW ist keine Partei und gibt keine Empfehlung zur Wahl einer bestimmten Partei heraus. Als Wohlfahrtsverband ist unser Kerngeschäft das Soziale, deswegen wünschen wir uns für die Wahl im September:

Demokratie muss gelebt werden!

Mit großer Sorge sehen wir, dass viele Menschen Angst haben vor Veränderung. Sie suchen nach einfachen Lösungen, die Orientierung bieten in einer immer komplexer werdenden Welt. Die Corona-Pandemie zeigt uns aber auch, dass viele Menschen in Aufbruchstimmung sind und die Zeit reif ist für einen echten Wandel. Wir wünschen uns eine echte, vielfältige Demokratie – das bedeutet auch, dass Menschen sich daran beteiligen. Geht zur Wahl, informiert euch im Vorfeld! Wählt sozial. Achtet auf das Kleingedruckte in den Parteiprogrammen. Wer hat wirklich das Wohl der Menschen – aller Menschen! – im Blick? Wer versucht, sich mit scheinbar einfachen Lösungen für komplexe Probleme zu profilieren? Wir wollen keine Sündenböcke suchen, sondern Lösungen. Wir stehen für Vielfalt und gegen jede Form der Diskriminierung – sei es auf Basis der Herkunft, des Geschlechts, der sexuellen Orientierung, einer Behinderung oder durch ein geringes Einkommen. Teilhabe am gesellschaftlichen Leben muss für alle Menschen möglich sein.

Eine Lobby für das Soziale schaffen!

Noch etwas, das Corona uns gezeigt hat: Wer vorher schon benachteiligt war, leidet jetzt besonders. Die Pandemie hat die Schwächen unserer Systeme aufgedeckt. Sie hat aber auch den unschätzbaren Wert der sozialen Arbeit und der pflegerischen Tätigkeiten spürbar werden lassen. Wer kümmert sich um die, die Hilfe brauchen? Wer verspricht nicht nur das Blaue vom Himmel für eine kleine, ausgewählte Gruppe, sondern macht sich stark für ein besseres Leben für alle Menschen? Als Paritätischer NRW sehen wir uns als Anwalt der Schwachen, derjenigen, die keine eigene Lobby haben. Ob Menschen mit Behinderung, Kinder aus einkommensschwachen Familien, alte Menschen, Geflüchtete oder Menschen aus der LSBTI*-Community: Wir sind überzeugt davon, dass es gelingen kann, ein gutes Leben für alle Menschen zu ermöglichen. Dazu brauchen wir den Mut, eingefahrene Muster zu hinterfragen, Feindbilder abzubauen und genau zu prüfen, mit wem wir gemeinsame Sache machen wollen.

Wie wollen wir leben? Wohnen in NRW.

Wie Menschen in NRW wohnen, ist eine wichtige Frage der Sozialpolitik. Für Menschen mit geringem Einkommen oder in schwierigen Lebenslagen ist es schwerer geworden, geeigneten und bezahlbaren Wohnraum zu finden. Besonders hart trifft es Menschen, die aus Einrichtungen der sozialen Arbeit in eine eigene Wohnung umziehen wollen, etwa aus Einrichtungen der Suchtarbeit, der Sozialpsychiatrie oder aus Frauenhäusern. Aber auch Wohnungslose und Menschen mit Migrationshintergrund sind häufig betroffen. Wohnen aber bedeutet soziale Teilhabe: Wer keine adäquate Wohnung mehr bekommt oder sich nur noch eine in bestimmten Stadt¬teilen und Regionen leisten kann, erfährt gesellschaftliche Ausgrenzung.

Klimawende und Soziales Hand in Hand!

Wir zweifeln nicht am Klimawandel und sehen den Umweltschutz als ein zentrales Element zukünftiger Politik an. Umweltschutz und Sozialpolitik schließen sich in unseren Augen nicht aus, im Gegenteil: Beide dienen den Menschen, beide sind lebensnotwendig für uns. Immer wieder wird versucht, diese Themen gegeneinander auszuspielen – dagegen wehren wir uns entschieden! Die Frage ist nicht „Klima oder Soziales“, sondern „Wann?“. Es wird höchste Zeit, dass Politik sich an den Bedürfnissen von Menschen orientiert. Gesundheit, Lebensqualität und ein würdiges Leben und Arbeiten dürfen nicht zugunsten von wirtschaftlichen Interessen hinten angestellt werden.